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Röntgen-Supermarathon (63,3km +/-1100HM)

26. Oktober 2003

Eigentlich wollte ich in diesem Jahr nichts "wildes" mehr machen. Eigentlich. Dann lese ich bei www.steppenhahn.de, dass ein paar Leute in Remscheid an der Ultradistanz teilnehmen wollen. Hmmm...kurze Anfahrt, 63km müsste ich schaffen, 1100HM seit der Schweiz kein Thema, Trainingszustand ganz ok - na los, es muss auch mal ohne monatelange Vorfreude gehen ;-)


Wilhelm Conrad Röntgen ist nicht nur Namenspatron des alljährlich und mittlerweile zum 3. Mal stattfindenden Lauftages in Remscheid. Was die wenigsten wissen: Er hat nebenbei auch die bei Sportlern und Ärzten beliebten Röntgenstrahlen erfunden und dafür vor knapp über 100 Jahren den ersten Nobelpreis in Physik erhalten. Egal, wichtig ist für uns, dass hier auf dem sogenannten Röntgenweg rund um Remscheid - zwischen Wuppertal und Solingen - Crosslauf, Halbmarathon, Marathon, Ärztemarathon (!) und Supermarathon (1.5-facher Marathon) veranstaltet werden. Ende Oktober ist ideal um die Saison abzurunden, quasi ein "Käse schliesst den Magen"-Lauf.

Die Nacht war kurz, der Scheibenwischer läuft fortlaufend, es regnet und kalt ist es auch. Ich biege am ausgeschilderten Parkplatz ein und - gibt's doch nicht, was für ein Zufall - der erste Läufer, der mir begegnet ist Joachim mit dem ich bereits im Juli beim Swiss Alpine ein paar Stunden gemeinsam gelaufen bin. Nach einigem "Hallo" geht es gemeinsam zur Turnhalle zwecks Nachmeldung. Die Kleidung wird dem Wetter entsprechend zurechtgelegt und ich versuche die angespannte Vorfreude zu geniessen.

Nach und nach trudeln immer mehr Läufer ein, und das Ganze mutiert für mich zum Stelldichein der *mir* bekannten Ultras: Karlheinz Kobus (Australiendurchquerung, Spartalon, etc.) ist da, der mich im Januar in Rodgau (s.a. Rodgau-Bericht) 25km lang begleitet hat. Bernd Seitz, der "Sandalenmann" (s.a. SwissAlpine-Bericht) sowie Oliver "Olzo" Seyfert aus der Newsgroup de.rec.sport.laufen. Weitere bekannte Gesichter sollten im Laufe des Tages noch folgen. Nur Steppenhahn von www.steppenhahn.de sehe ich nicht, obwohl der hier in der Halle nächtigen wollte. Wir wünschen uns gegenseitig alles Gute und an ein paar Schnappschüsse mit der Webcam denke ich auch.

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Von links: Vorbereitung, Bernd, Ich (unscharf) mit Oliver und Olzo

Am Start:Pünktlich zum Start hört der Regen auf. Eine Teilnehmerin fragt mich: "Wo sind hier die Zeiten-Blöcke?" - ob das notwendig sei frage ich zurück, bei 1-2000 Starten und der Streckenlänge :-0. Der Startschuss fällt und das Championchips-fliegen-über-die-Matte-fiepen (gemessen werden die Zeiten bei 21km, 42km, 50 und 63km) spielt seine gewohnte Melodie.

Bis KM21: Nach ein paar Schleifen durch die mehr oder weniger engen Gassen von Lennep (?) und einem kurzen Gespräch mit dem "Sandalenmann", der auch heute wieder tapfer mit nackten Füssen in seinen Teva-Sandalen unterwegs ist (brrrr), geht es dann endlich raus auf's Land. Kaum ein Streckenabschnitt ist gerade, immer geht es nur bergauf oder bergab - nichts wirklich anspruchsvolles, aber die Summe wird die 1100HM schon bringen. Die Stimmung ist gut und ich versuche mit Joachim zusammen zu bleiben. Das Tempo ist auf den ersten 21km noch sehr ungleichmaessig, zumal die Halbmarathonis und Ultrastaffelläufer ihre Kräfte ganz anders einsetzen.

Meine bisherige Wetter-Glücksserie scheint beendet: Es fängt an zu Regnen. Regen macht mir nichts aus, aber trotzdem - bislang bin ich auf allen Veranstaltungen und Wettkämpfen der letzen Jahre mit Sonne verwöhnt worden. Wie sich im Gespräch mit Wiederholern schliesslich herausstellt, bleibe ich der Wetter-Gustav-Gans. Im ersten Jahr hat es stundenlang Schnee/Schneeregen gegeben, im letzten Jahr ist der Lauf wegen Sturm und umknickender Bäume gar abgebrochen worden. Heute sind also Top-Bedingungen ;-)

Wald rein, Wald raus - Schade nur, dass das viele, frisch gefallene Herbst-Laub nicht wenigstens einmal von der Sonne ausgeleuchtet wird. 3/4 der Strecke verlaufen durch Wälder, da wäre das Farbspektakel riesig geworden.

Weiter gehts (bergauf, bergab) rund um Remscheid, vorbei an kleinen Weihern, Gehöften und so manchem "netten" Wochenendsitz. Zwischendurch werden Strassen überquert - Polizisten und Feuerwehr sperren für jeden einzelnen Läufer den Verkehr. Ob sie genauso frieren, wie auch die Zuschauergrüppchen, die vereinzelt am Rand stehen und klatschen? Respekt! Mir ist klar, wer heute besser dran ist - auf jeden Fall hab' ich es warm in meiner Kluft. :-)

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Irgendwann ist dann auch der erste von 3 Zielbereichen - der Halbmarathon - erreicht. nach 1:5x:xx irgendwas bin ich bei dem Höhenprofil und angesichts der noch bevorstehenden Strecke sehr zufrieden. Nun lichtet sich das Teilnehmerfeld erheblich.

Bis KM42: Leider schwindet die Lockerheit: Irgendwo ist es mir am Kragen vorbei in den Nacken gezogen. Die Schultermuskulatur verkrampft und schmerzt, die Arme müssen nun anders schwingen! Meine Stimmung sinkt etwas, aber Joachim baut mich immer wieder auf und die Gespräche mit anderen Läufern lenken ab. Ab KM35 beschliessen wir: "Das sind nur noch 28km, die reissen wir auf einer Arschbacke ab!". Da wir gemeinsam 4 Arschbacken haben werden die 28km in vier gleichgrosse 7km-Teile zerlegt, so dass uns neben den 42, 50 und 60km-Schildern auch noch vier weitere, kleine Erfolgerlebnisse beschert werden. Einteilung ist alles!

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Von links: Wald, Röntgenwald, Wald.

Das Marathonziel an einem Freibad erreichen wir nach 4:18:xx und die Schmerzen in der Schulter werden immer schlimmer, Mist, Mist! Ein älterer Herr freut sich, wie gut es für ihn läuft. "Ich komme wieder, nächstes Jahr, wenn der da ober es will! Mit 70 muss man mit allem rechnen." - und fort ist er. Ich muss trinken. Wie an jedem Verpflefungsstand nehme ich zwei Becher, gehe jetzt ein paar Meter und lasse mich von Joachims freundlicher Art zum leichten Wiederanrollen hinreissen. Noch 2 bis 2.5h...

Bis KM63: Die Verpflegung übernehmen Sportvereine aus der Region. An der Getränkeversorgung gibt es nicht zu wollen. Es gibt Wasser, Cola, warmen und kalt gewordenen Tee, Irgendwas-Iso - Klasse. An einem Verpflegungsstand (später nach km50) gab es sogar Kölsch. Leider ist die feste Nahrung, wie so oft, nichts salziges sondern nur Süsskram. Mir hängen nach den ersten 3-4h die Müsliriegel (obwohl die extrem lecker waren) zum Halse raus. Gut, dass ich mir ein Brötchen mit doppelt gesalzenem Aufstrich eingepackt habe. Als ich es auspacke schaut eine Helferin noch verdutzter als ich beim Anblick des Kölsch. ;-)

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Von links: Ich, Irgendwo, Joachim

Sagte ich schon, dass es bergauf, bergab geht? Über Landstrassen, Wiesen, vorbei an Feldern bis zur KM50-Matte. Weiter um die halbe Wuppersperre, von deren Existenz ich erst jetzt erfahre. Ein alter Mann zieht im Watschelschritt (aber sehr effektiv) an uns vorbei und wir hängen uns dran. Nicht denken, nur mitziehenlassen. Nach der KM60-Marke ziehen wir das Tempo nochmal etwas an. Mir geht es nun besser, Joachim hat Probleme mit dem Knie aber es sind nur noch 3km und zwei Steigungen, die irgendwann auch ein Ende finden. Nach 6:59:42 ist das Ziel im Sportzentrum Hackenberg erreicht.

Nach dem Zieleinlauf: Kennt jemand das Spiel "Therapie"? Dort bekommt man für jeden absolvierten Aufgabenbereich einen "Geschafftstift" - und eben diesen stecke ich im Geiste ein. Ich bin für den Moment geheilt ;-) (haha). Die Duschen sind heiss, und ausreichend.

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Von links: Joachim im Ziel, Elena Wagner, Massageabteilung.

Weil vor den Massagebänken keine lange Warteschlangen sind, beschliessen Joachim und ich das Angebot mitzunehmen - kann nicht schaden. Während wir also warten kommt eine Frau heran, die ich erst kürzlich im SWR-Bericht zum Swiss-Alpine gesehen habe: "Hallo, Elena Wagner!". Wir outen uns als diesjährige SAM-Teilnehmer, lachen und quatschen ein wenig über die Schweiz, den Bericht im Fernsehen und den heutigen Tag. Nebenbei erfahre ich, dass sie Siegerin bei den Frauen geworden ist, und zwar in unglaublich schnellen 5:37:10. Ausbildung und Kind erlauben es ihr erst ab 22:00 Uhr zu laufen ("Zum Glück brauche ich nur wenig Schlaf" ;-) - Riesenrespekt!

Das schönste nach einem solchen Tag ist für mich dann die Heimfahrt. Musik, Heizung, die Bilder schiessen durch den Kopf - Zufriedenheit. Vor allem aber bin ich sicher, in diesem Jahr "nichts wildes" mehr machen zu wollen ;-)

PS an Steppenhahn ("I did it!"): Me too! ;-)

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