jensgehtlaufen.de - Home of Team Ronja

Marathon des Sables - 237km in 6 Etappen - Sahara

8.-19. April 2004

"Sandy, Gravel, Dunettes, Sandy,... - Wer verdammt ist diese Sandy?" (Stimme zum Roadbook)

Davor

Donnerstag, 8.4.2004
Am Bahnhof verabschiede ich mich von Julia, die für Gestern noch rasch eine Abschiedsfete organisiert hatte. Gut 40 Leute waren gekommen (auaaua, der Rotwein) und jedem musste ich versprechen, gesund und am Stück zurück zu kommen. Der Abschied ist lange angesagt, und fällt doch so schwer.

Nach 3h Zugfahrt treffe ich im Frankfurt-Airport ein, wo ich im Cafe auf Andi, Mario, und Kurt treffe. Am Schalter der Air Maroc warten Angela und Edgar, die im letzten Jahr dabei waren und eigens zur Verabschiedung hierher gekommen sind. Nach und nach treffen die Teilnehmer ein. Einer trägt statt eines Finisher- ein "Survivor"-Shirt: Eberhard war beim Dschungelmarathon in Brasilien, erzählt von Nacht-Etappen in Begleitung eines Jaguars, und ist nun zum 7. mal beim MdS. Er stellt noch in der Warteschlange eine Zeltbesatzung zusammen und versprüht MdS-Basiswissen pur. So viele Geschichten rundherum.

Ein Teilnehmer hat den Arm angewinkelt: Schlüsselbeinbruch. "Das tut mir aber leid, dass du nicht mitlaufen kannst" - "Wieso? Ich laufe doch mit den Beinen!". OK - Fettnapf dezent beiseite schieben. Wo bin ich hier gelandet? <:-)

Flug nach Casablanca. Mein persönlicher Rekord im Zeit-tot-schlagen liegt nun bei 6h, aufgestellt im Flughafen-Cafe - warten auf den Weiterflug nach Quarzazate. 0:30 (Zeitverschiebung, eigentlich 2:30 Uhr) schlagen Andi und ich im Hotelzimmer auf.

MdS2004 MdS2004

Freitag, 9.4.2004
Die letzte lange Dusche und ein richtiges Klo für eine Woche. Frühstück. Ein kurzer Spaziergang durch Quarzazate - der Orient kam in kleinen Dosen: In Casablanca Palmen aber halt ein Allerwelts-Flughafen (austauschbar), hier nun ändern sich Baustil, Schriftbild und Kleidung...

MdS2004 MdS2004

Bustransfer Richtung Biwak. Die Roadbooks werden ausgehändigt. Kommentare und Meinungen der Wiederholer stehen hoch im Kurs. Ist das die 1999er oder die 2000er Strecke, bei der in der Dünen-Etappe so viele aufgeben mussten? Na toll! 237km, 76km die Non-Stop-Etappe - wenn unter 80km, dann schwerer, logisch. Viele Dünen, "sandy" und "wadi" (Schwestern?). Nach ca. 5.5h biegt der Tross in die Wildnis ab und die Staubwolken dringen derart ins Innere des Busses, dass man die letzten Sitzreihen kaum noch sehen kann. Für die letzten Kilometer bis zum Biwak steigen wir um auf die Ladefläche eines Militär-Lastwagens. Was folgt ist ein 15min LKW-Rennen - stehend gar nicht so einfach. Der Aufbau des Fahrzeuges zerlegt sich, wir halten das Gestänge und uns so gut es geht fest, aber die Italiener stacheln den Fahrer an, auf dass er ja den zweiten Laster nicht überholen lassen soll. Das Abendteuer beginnt.

MdS2004 MdS2004 MdS2004

Biwak1: 80 Berberzelte (Kaffeesäcke mit Stöcken) im Radius von ca. 200m für die Teilnehmer, weiße (dichte) Zelte für die Organisation und die "Doc Trotter" , ein Klinik-Zelt, Service-Zelte - in jedem Biwak immer die gleiche Anordnung damit die Orientierung leichter fällt.

Wir besetzen Zelt "35". Von links liegend: Mario , Kurt , Nina, Eberhard, Ernst-Albrecht, moi, Andi, Natascha. Eine Deutsch-Österreichische Mischung mit einem Chirurgen, einem Running-Coach, einer Physiotherapheutin, zwei Abendteurern (mit 7- und 3-facher MdS-Erfahrung) - alles da was man die Woche braucht - und um es vorweg zu nehmen - Zelt "35" hat super funktioniert.

MdS2004 MdS2004 MdS2004

So ein "Zelt" muss natürlich erstmal winddicht und sturmsicher gemacht werden, Steine unter dem Teppich räumt man weg bzw. muss man plattklopfen - in jedem Biwak, jeden Tag.

19:00 Uhr Essen. Es ist das gleiches Catering wie bei der Paris-Dakar: Rotwein, Camembert, Nudeln mit Fleisch, Lauchsuppe, Yoghurt, u.v.m. mitten im Nirgendwo, Speisen vom Feinsten. 19:30 Uhr blitzschnell wird es dunkel und windig, den Engländern klappen die Berberzelte zusammen und eine Isomatte fliegt im Lampenschein vorbei. Sand fegt durchs Zelt. Pinkeln (ja, es gibt keine Toiletten!), Zähne putzen, ein paar Notizen weil ich sonst alles hier vergesse und um 20:00 Uhr liegen alle im Schlafsack. Letzte Witze, Anekdoten. Irgendwann nachts treffen die Franzosen ein.

MdS2004 MdS2004 MdS2004

Samstag, 10.4.2004
5:30 Uhr, die Sonne geht auf, noch ist es arschkalt, aber der Yeti-Schlafsack ist super! 6x Yeti in blau nebeneinander - wie im Prospekt. 6:00 Uhr, die Italiener ersetzen den Wecker. Noch ist zu viel Wasser verfügbar, trotzdem halten wie uns gegenseitig die Flasche zum waschen. Superwetter - blau! Frühstück 7:30, wir werden gemästet, sogar Spiegeleier gibt es, gut, dass das heute endet, sonst platze ich. Mario vermutet, dass das zur Taktik der Veranstaltung gehört: Mürbe machen durch tagelanges warten und mästen und dann kommt's knüppeldicke.

Sachen packen auf 1x2.5m Teppich: Pflicht+Kleidung in den Rucksack, Nahrung extra in gelbe Säcke (wird separat gewogen), letzte Tüten umpacken, Formulare ausfüllen, Rennkleidung an, einpacken, auspacken, umpacken, die Ersten laufen draussen schon "probe" in voller Kluft+Rucksack. Alles Unnötige in den Koffer (ähh den Seesack) zur Abgabe. Kurt gibt noch schnell Kompass-Unterricht, "Navigation nach Roadbook" für Anfänger - er hat viel Afrika-Erfahrung.

Die technische Abnahme - sehr gefürchtet - stellt sich in diesem Jahr als Witz raus. Außer EKG und "medical certificate" wird nichts kontrolliert.

MdS2004 MdS2004 MdS2004

"Drink a lot, piss a lot, take salt-tablets and everything will be ok!"

Ich lasse den Rucksack trotzdem wiegen: 8,3kg - wie berechnet. Koffer (Seesack) weg - und dann stehen wir quasi nackt da! 17:00 Uhr ist Briefing. Patrick Bauer begrüßt alle, und wiederholt, was eh schon bekannt ist: trinken, schützen, das Reglement, Danke an die Sponsoren,....

Dann das letzte gestellte Abendbrot, ab morgen gilt Eigenverpflegung. Ein 3-Gänge-Menue mit Bier und Wein. Die Henkersmahlzeit.

Um 20:00 Uhr liegen alle im Zelt "35" in den Schlafsäcken und lauschen dem gute Nacht-Witz. Keine Anspannung, stattdessen ausgelassene Stimmung. In der Mitte des Biwaks brennt ein Lagerfeuer und Eingeborene tanzen drumherum. Prima Einschlafmusik. Auch ohne Unterlage schläft es sich, obwohl nur Schlafsack und Teppich zwischen mir und dem Boden sind. Als Seitenschläfer muss ich nachts ab und zu die Hand unter den Beckenknochen legen, weil's so hart ist. Aber ich lerne noch auf dem Rücken zu liegen. Laufschuhe eignen sich übrigens hervorragend als Kopfkissen.

1. Etappe

Jens beim MdS

Team Ronja present

TorTour de Ruhr - längstern Nonstoplauf Deutschlands.

Most Wanted

Home Home-Symbol|Kontakt E-Mail-Symbol|Impressum - © www.jensgehtlaufen.de