Marathon des Sables - 237km in 6 Etappen - Sahara
8.-19. April 2004
"Es wird schon einen Grund haben,
warum die drei Weltreligionen in der Wüste entstanden sind. Am Yukon
ist es zu kalt..." (Bernhard)
Danach
Alle umarmen sich. Außer Franks Freundin, die extra angereist ist um ihren
Freund im Ziel zu empfangen. Sie wird nur von Frank umarmt, sie riecht noch
so frisch. ;-)
Essen, Busfahrt, erste Analysen, ein paar Tage mit den "35"ern im 1A Hotel, Rückflug,
und dann
folgt die lange lange Zeit, bis ich das Alles verdaut habe, wie ich erst nach Tagen
zusamenhängend erzählen kann, oder Nachts davon träume - aber das ist eine
andere Geschichte...
Mehr Danach - Was ich gelernt habe
Im Prinzip war es Urlaub. Essen, Laufen, Essen, Schlafen. Sich um nichts anderes
kümmern als sich selbst. Ein einfaches Leben. Am erstaunlichsten fand
ich die Regenerationsfähigkeit des Körpers, schließlich gilt es bei extremen
Bedingungen 6 Marathons in einer Woche zu laufen. *Ein* Erfolgsrezept ist bestimmt
in kleinen Schritten zu denken und nie die gesamten 237km vor Augen zu haben, also
von Etappe zu Etappe, von CP zu CP. Schmerzen kann man mit Motivation begegnen -
das morgentliche Briefing hat Lahme wieder zu Läufern gemacht -
aber richtige Probleme hatte ich ja gar nicht. Auf alle Fälle war ich zu jedem
Zeitpunkt des Rennens "save" - die Veranstalter lassen nichts anbrennen, das ist
sicher.
Ich habe ferner gelernt, dass 9L Wasser (soviel wie 1x Klospülung) für einen
Tag Höchstleistung ausreichen, dass ich 1 Woche auf dem nackten Boden schlafen
kann ohne Rückenprobleme, dass ich nun sogar Österreichern 15min am Stück zuhören
kann ohne ständig nachfragen zu müssen. Habe gelernt, dass die
Wahrnehmung derer vor Ort und die der externen Beobachter eine total unterschiedliche
ist. Und last but not least:
Die Sahara ist wunderschön!
Ein Dankeschön an all die lieben Menschen, die mir bei der Vorbereitung und
Nachverarbeitung geholfen haben, und die mich während des Rennens vor Ort und in
der Heimat begleitet haben.
Nach dem "Warum" braucht mich auch niemand mehr zu fragen. Mach es selbst! Reiche
einem anderen MdS'ler die Hand und schaue ihm tief in die Augen, dann erübrigt
sich die Frage! ;-)
jens*geht*laufen, April 2004